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Israel it an allem Schuld

Israel ist an allem schuld

Sommer 2014: In Deutschland wird wieder einmal gegen Israel demonstriert, Anlass ist der Krieg im Gaza. Juden werden in Deutschland tätlich angegriffen und im Internet bedroht. Hassparolen wie "Kindermörder Israel" sind an der Tagesordnung sind. Kein Land der Welt polarisiert so sehr wie der 1948 gegründete Staat. Warum?

Die preisgekrönten Journalisten Georg M. Hafner und Esther Schapira legen mit ihrer Streitschrift den Finger in die Wunde. Viele Deutsche haben mit Israel ein Problem, weil es ein Judenstaat ist. Aber es gibt kein Tabu, Israel zu kritisieren, wie gern behauptet wird. Das wirkliche Tabu ist es, sich zu Israel zu bekennen. Denn ob Linke, Rechte oder die Mitte der Gesellschaft - in einem sind sich alle einig: Israel ist an allem schuld. Die Autoren entlarven die unheilvolle Allianz aus deutscher Schuldabwehr, Antisemitismus und religiösem Judenhass von Christen und Muslimen. Eine entlarvende und provozierende Streitschrift.

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag (16. April 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3847905899
  • ISBN-13: 978-3847905899

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Promises Kept
Promises Kept - Ein Lebensweg gegen alle Wahrscheinlichkeiten

Der gebürtige Mannheimer Ernst Wolfgang Michel (1923 - 2016) berichtet im vorliegenden Buch über sein bewegtes Leben. Von der Kindheit in Mannheim, über seine Deportation als 16jähriger und dem Schrecken in Auschwitz, Buchenwald und Berga. Die Rettung durch das protestantische Ehepaar Max und Anna Hunger aus Schneeberg/Erzgeb. nach Jahren in den Lagern, ändert Ernsts Leben im April 1945 auf dramatische Weise. Er fühlt sich nach Jahren des Leidens, besonders nach 22 Monaten Auschwitz, endlich "wieder wie ein Mensch".

Im Juni 1945 kehrt er zurück nach Mannheim, findet bald eine Arbeit als Reporter bei der Rhein-Neckar-Zeitung unter Theodor Heuss und wird von diesem als Korrespondent für die Nürnberger Prozesse empfohlen.Nach einem knappen Jahr als "Sonderberichterstatter 104995", wo er unter anderem auf Hermann Göring in dessen Zelle trifft, wandert Ernst mit viel Optimismus, aber wenig Gepäck in die USA aus. Mit dürftigen Englischkenntnissen aus der Schule fängt er in den USA am untersten Ende der Karriereleiter an. Ernest Michel wird bald Mitarbeiter der Wohltätigkeitsorganisation UJA, für die er noch nach seiner Pensionierung, bis kurz vor seinem Tod, ehrenamtlich tätig ist. Durch seine Arbeit bei der UJA und seine Vorträge über das Überleben in den Konzentrationslagern hat Ernst Michel auch eindrucksvolle Begegnungen mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Richard von Weizsäcker, David Ben Gurion, Golda Meir und Menachem Begin. Er traf außerdem Shimon Peres, war mit Chaim Herzog befreundet und wurde vom US-amerikanischen Präsidenten Eisenhower empfangen. Desweiteren lernte er auch Gerald Ford und Jimmy Carter kennen.

Als seine Übersetzerin, Rechercheurin und Freundin traf ich auf einen älteren Herrn mit entwaffnender Liebenswürdigkeit und Charme, einem ausgeprägten Sinn für Humor und viel Engagement für seine Sache: Jüdisches Leben.Außerdem war sein Wesen von Bescheidenheit und Demut geprägt.
Genauso wichtig war Ernest Michel auch das Gedenken, aber auch die Versöhnung mit deutschen Nichtjuden wie mir zum Beispiel. Er war ein vielseitig interessierter Mensch, der sehr gerne arbeitete, auch wenn der Tag dann ab und zu 18 Stunden hatte. Das Wichtigste im Leben war ihm, für andere da zu sein, die es nicht so gut wie er getroffen hatten. Mit ihm zusammenzuarbeiten war mir eine große Freude und ein Privileg.

Ernest W. Michel
Promises Kept - Ein Lebensweg gegen alle Wahrscheinlichkeiten
407 Seiten, 91 Abbildungen
Wellhöfer Verlag Mannheim, ISBN 978-3-95428-118-3, € 17,90
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Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit

Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit

Das Bild ging um die Welt: Ein Vater kauert mit seinem kleinen Sohn hinter einem Betonfass. Verzweifelt versucht er sich und sein Kind in einem mörderischen Kugelhagel zu retten. Vergeblich. Der 12-jährige Palästinenserjunge Mohammed al-Durah stirbt in den Armen seines Vaters an der Netzarim-Kreuzung in Gaza. Das war am 30. September 2000. Der Junge starb vor laufender Kamera, ein Kameramann des französischen Senders France 2 hatte die dramatischen Bilder gedreht. Mittlerweile gibt es mehr Zweifel an der Szene als Gewissheiten. Wurde der Junge von Palästinensern erschossen oder von Israelis? Wurde er überhaupt erschossen? War die Szene eine Propagandainszenierung? Über ein Jahrzehnt nach dem gefilmten Tod des kleinen Mohammed al-Durah steht nicht einmal mehr fest, ob er damals starb oder vielleicht sogar noch lebt. Für die palästinensische Seite aber gab es nie Zweifel an der Wahrheit des Märtyrertodes.

Esther Schapira und Georg M. Hafner haben den Fall Mohammed al-Durah von Anfang an verfolgt und journalistisch immer wieder aufgegriffen, in filmischen Dokumentationen, in Aufsätzen, Kommentaren und zahllosen Gesprächen mit allen, die in diesen Fall verwickelt sind. Sie haben Dokumente durchsucht, Untersuchungsberichte studiert, Experten befragt und kommen zu einem dramatischen Ergebnis. Den Weg dahin schildert dieses Buch. Es ist die erste komplette Zusammenstellung zu dem Fall. Eine erschütternde Fallstudie des Medienkrieges, ein journalistischer Lagebericht über die mangelnde Sorgfalt im täglichen Kampf um die besten Bilder und die beste Story.

Esther Schapira ist seit 2013 Abteilungsleiterin der Fernsehredaktion Politik und Gesellschaft beim Hessischen Rundfunk und Kommentatorin bei den ARD-Tagesthemen. Als Autorin zahlreicher Fernseh-Dokumentationen erhielt sie mehrere Preise, u.a. den Rias-Fernsehpreis, den Elisabeth-Selbert-Preis, den Prix Europa, den Prix Circom. Sie ist außerdem Trägerin des Theodor-Lessing-Preises und der Buber-Rosenzweig-Medaille. Sie ist Autorin für „Die Tribüne", „Cicero", „Frankfurter Rundschau", „Frankfurter Allgemeine", „TAZ" und die „Jüdische Allgemeine. Zu ihren Buchveröffentlichungen gehört „Die Akte Alois Brunner" (Campus/Rowohlt).

Georg M. Hafner war seit 1988 leitender Fernsehredakteur bei der ARD und Autor zahlreicher Filmdokumentationen, zuletzt des Dokumentarfilms „München 1970 – Als der Terror zu uns kam". Für seine Filme erhielt er u.a. den Grimme-Preis, den Bayerischen Fernsehpreis und den Premios Ondas. Er ist Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille. Zu seinen Buchveröffentlichungen gehören u.a. „Die Akte Alois Brunner" (Campus/Rowohlt). Seit 2013 ist er freier Autor und Publizist in Frankfurt am Main.

  • Taschenbuch: 170 Seiten
  • Verlag: Edition Critic (8. August 2014)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3981454871
  • ISBN-13: 978-3981454871
  • Größe und/oder Gewicht: 15,2 x 1,1 x 22,9 cm

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Jüdische Leben in Meckesheim bis 1940

Jüdisches Leben in Meckesheim bis 1940

Um 1700 ließen sich erstmals jüdische Familien in Meckesheim nieder. Die jüdische Landgemeinde bestand in den folgenden 200 Jahren aus wenigen Haushalten und zählte nie mehr als 63 Mitglieder.

Die jüdische und die christliche Dorfbevölkerung lebten bis ins 20. Jahrhundert in relativ friedlicher Nachbarschaft: Die einen betrieben Handel, die anderen lebten von der Landwirtschaft und dem Handwerk. Das Zusammenleben änderte sich radikal, als 1930 ein NSDAP-Stützpunkt und die Hitlerjugend gegründet wurden. Einschüchterungen und Ausgrenzungen häuften sich. Die junge jüdische Bevölkerung suchte Schutz in der Anonymität der Großstädte.

Einigen gelang die Emigration nach Übersee. Am 22. Oktober 1940 erfolgte die Deportation der Zurückgebliebenen von Meckesheim nach Gurs. Insgesamt fanden sechzehn Kinder, Frauen und Männer, die entweder in Meckesheim geboren worden waren, gelebt oder eingeheiratet hatten, einen gewaltsamen Tod in den Vernichtungslagern.

Brutale Gewalt mussten auch manche der 200 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen erfahren sowie kranke christliche Meckesheimerinnen, die im Rahmen der "Euthanasie-Aktion" in Grafeneck vergast wurden. Auch ein in Meckesheim geborener Sinto wurde im Zigeunerlager Auschwitz ermordet.

Mit dem Buch soll daran erinnert werden, dass es eine Zeit gab, in der die Menschen im Dorf trotz unterschiedlicher Religionen und Überzeugungen relativ respektvoll und einvernehmlich miteinander lebten. Die vergessene Geschichte der christlich-jüdischen Nachbarschaften zeigt aber auch, wie fragil und instabil soziale Beziehungen sein können, wenn demokratische und christlich-humanistische Werte mit Füßen getreten werden.

384 S. mit 250 Abb., fester Einband. ISBN 978-3-89735-909-3. € 27,80

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Jüdisches Leben in Meckesheim

Jüdische Persönlichkeiten im Kraichgau

Sie hießen Oppenheimer, Bravmann oder Rosenfeld.Sie waren Fabrikanten, Unternehmer, Künstler oder Politiker und hatten eines gemeinsam: Sie waren jüdische Persönlichkeiten im Kraichgau. Viele von ihnen wurden während des Naziregimes unterdrückt, verfolgt und ermordet.

Mit dem vorliegenden Sammelband ist es den beiden Herausgebern Michael Heitz und Bernd Röcker gelun-gen, Aufsätze von über 30 Autoren zusammenzustellen, die das einstmals blühende jüdische Leben im Krai-chgau beleuchten und dadurch einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen leisten. Die Bedeutsamkeit der Erinnerungsarbeit wird herausgestellt und denen, die drohen in Vergessenheit zu geraten, wird ein Name und ein Gesicht gegeben.

Doch lässt das Buch den Leser nicht nur an rund 60 außergewöhnlichen Lebensläufen von im Kraichgau geborenen Jüdinnen und Juden teilhaben - an ihrer Tatkraft, Kreativität, Intelligenz und Zielstrebigkeit und letztlich an ihrem Schicksal - sondern führt ihm zugleich die tiefgreifenden Veränderungen der Existenzbe-dingungen der jüdischen Bevölkerung im 19. und 20. Jahrhundert
vor Augen.

Zahlreiche farbige Abbildungen runden den Sammelband ab und machen ein dramatisches Stück
Weltgeschichte lebendig.

Michael Heitz und Bernd Röcker im Auftrag von Jüdisches Leben Kraichgau e. V.
Jüdische Persönlichkeiten im Kraichgau
320 Seiten, 191 Abbildungen, verlag regionalkultur, ISBN 978-3-89735-802-7, € 22,80

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Schicksale jüdischer Familien in Flehingen

Schicksale jüdischer Familien in Flehingen

Sieben Jahre Diktatur der Nationalsozialisten während des sogenannten Dritten Reichs genügten, um in Flehingen die ehemalige jüdische Gemeinde, die dort über mehr als 300 Jahre existierte, auszulöschen.

Dieses Buch zeigt in detaillierter Darstellung auf, dass es bei diesen Zusammenhängen aber um wesentlich mehr ging. Es weist anhand von Originaldokumenten nach, wie die Menschen verachtende Ideologie der Nationalsozialisten in Flehingen Familien bedrängte, ihre Lebensplanungen zerstörte, sie zur Flucht oder Auswanderung zwang und schließlich auch vernichtete.

Einigen gelang nach abenteuerlichen Wegen durch Frankreich und einer sich anschließenden Einreise in die Vereinigten Staaten letztlich doch der Neubeginn in der Neuen Welt.

Ihr Schicksal und das der Unglücklichen ist Thema dieses Buches.

Wolfgang Schönfeld
Schicksale jüdischer Familien in Flehingen
290 Seiten, 150 meist farbige Abbildungen von Originaldokumenten
Verlag Alte Uni Eppingen, ISBN 978-3-926315-42-7, € 15,00

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Der jüdische Friedhof in Eppingen

Der jüdische Friedhof in Eppingen - Rund um den Ottilienberg Band 5

1989 entstand diese bemerkenswerte Dokumentation und liegt in zweiter Auflage vor (1996). Für jeden, der sich mit jüdischen Friedhöfen befasst, ist dieses Buch eine Fundgrube. Dr. Wolfgang Angerbauer berichtet darin über die Geschichte der jüdischen Gemeinde Eppingen, Reinhard Hauke über die Entstehungsgeschichte ihres Friedhofs, Dr. Joachim Hahn erklärt die Grabstein-Symbolik und Ralf Bischoff nimmt Bezug auf die Belegungsgeschichte und die Veränderungen bis heute.

Es folgt die Dokumentation der Inschriften der 665 Gräber, größtenteils mit Fotos. Beigelegt ist ein Übersichtsplan. 352 Seiten, 20,50 Euro Erschienen ist der Band im Auftrag der Heimatfreunde Eppingen und kann dort bezogen werden:

info@heimatfreunde-eppingen.de oder bei Jürgen Haug, Tel. 07262 1243

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juedisches leben in eichtersheim

Jüdisches Leben in Eichtersheim

Leonhard Dörfer entstammt einer alten Lehrerfamilie in Schwetzingen; er studierte 1951–56 Geschichte, Geografie und Sport an der Universität Heidelberg, war Lehrer an Gymnasien in Heidelberg und Bruchsal und war bis zur Pensionierung stellvertretender Schulleiter desLeibniz-Gymnasiums Östringen.
Seit 1967 wohnt er mit seiner Familie in Eichtersheim. Dort war er mehrere Jahre Mitglied des Ortschafts- und Gemeinderats und maßgeblich am Zusammenschluss der beiden Orte Eichtersheim und Michelfeld zur neuen Gemeinde Angelbachtal 1972 beteiligt und widmet sich der Ortsgeschichte. Das Gebäude der Synagoge, der Friedhof und einige Bürgerhäuser der ehemaligen jüdischen Gemeinde in dem kleinen Kraichgaudorf Eichtersheim sind noch erhalten, aber nur wenige Bürger haben davon Kenntnis.

Über 170 Jahre haben Juden hier gelebt, gearbeitet und den Waren- und Geldhandel dominiert; einige sind sehr wohlhabend geworden, andere waren bettelarm.
Sie waren geachtet, wurden geduldet, verfolgt und ermordet.

1938 fand die jüdische Gemeinde in Eichtersheim ein jähes Ende. Anliegen dieser Arbeit, die im verlag regionalkultur erschienen ist, ist es, die Erinnerung an das jüdische Leben in Eichtersheim wach zu halten und es vor dem völligen Vergessen zu bewahren.
 
Leonhard Dörfer
Jüdisches Leben in Eichtersheim 120 Seiten mit 47 meist farbigen Abbildungen, fester Einband.
verlag regionalkultur, Ubstadt-Weiher. ISBN: 978-3-89735-678-8. € 14,90

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Kindheits- und Jugenderinnerungen eines jüdischen Kippenheimers

Der 1930 geborene Kurt Salomon Maier schildert das jüdische Leben in seinem geliebten Heimatdorf im Schatten der NS-Verfolgung. 1940 wurde er zusammen mit seinen Eltern und seinem Bruder in das Lager Gurs in Südwestfrankreich verschleppt. Buchstäblich in letzter Minute gelang der Familie von dort aus die rettende Emigration nach New York.
 
Hrsg. von der Evangelischen Landeskirche in Baden – Arbeitsstelle Frieden. 112 S. mit 69 Abb., fester Einband. ISBN 978-3-89735-623-8. Euro 13,90
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Wir sind, was wir erinnern.
Konrad Görg veröffentlicht dieses Buch in Erinnerung an Erwin Katz, den Onkel eines Freundes, der im Alter von zehn Jahren in Auschwitz ermordet wurde. Das ergreifende Schicksal dieses Jungen bildet im Zusammenhang mit dem Schicksal seiner Familie den Anfangs- abschnitt des Buches. Der Autor schildert das Geschehen anhand eines mehrere Seiten umfassenden Zitats der inzwischen alten Tante seines Freundes, Jolana, die Auschwitz überlebte. In diesem Zitat schildert sie die Familienverhältnisse vor dem Krieg und das allmähliche Wachsen der Judenfeindschaft bis zum Abtransport nach Auschwitz. Mit der Eröffnung durch ein Zitat ist bereits der besondere Charakter des Buches gekennzeichnet.

Konrad Görg, ein praktizierender Arzt an der Marburger Universitätsklinik, legt mit seinem Buch eine Sammlung von Zitaten vor, die er im Laufe vieler Jahre der Beschäftigung mit Holocaust, Antisemitismus und Judenverfolgung zusammengetragen hat und zu deren Veröffentlichung ihn Freunde gedrängt hatten.

Diese Veröffentlichung bietet heutigen Lesern bedrückende Einblicke in das Geschehen, das zum Holocaust führte, denn nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter selbst werden zitiert. Jedes dieser Zitate macht nachdenklich. Es ist kein Buch zum Nebenbeilesen. Es ist auch nicht einmal gelesen und dann abgetan. Es zwingt dazu in sich zu gehen und sich selbst zu befragen. Denn alle Nachgeborenen stehen in einer Beziehung zu diesem immer wieder unfassbaren Geschehen. Jedes Zitat dieses Buches verlangt nach einer Pause des Nachdenkens, ja der Andacht. Es verlangt danach immer wieder zur Hand genommen zu werden, denn jedes Zitat enthält entweder tiefgreifende Einsichten in kompakter Form oder nötigt dem Leser im Fall erschreckender Zitate derartige Einsichten ab.

Denn nicht alle Zitate bewirken Zustimmung, manche enthalten ambivalente Sichtweisen, manche sind abschreckend und verstörend. Insbesondere gilt dies für Äußerungen, die Alltäglichkeit und Normalität angesichts der Abwesenheit elementarster Forderungen der Menschlichkeit widerspiegeln. Um einen Überblick über die gedrängte Folge der Zitate zu gewinnen, hat der Autor des Buches eine Ordnung nach leitenden Aspekten vorgenommen. Diese Gliederung erleichtert die Benutzung des Buches sehr. Nicht im Text, dafür aber im Inhaltsverzeichnis ist die Abfolge der Gliederungstitel zusätzlich unter familiengeschichtliche Hauptüberschriften gesetzt, z.B. „Die Zeit der Großeltern“ oder „Die Zeit der Eltern“. So werden dem Leser die Inhalte zusätzlich näher gerückt. Denn was sich unter den Haupttiteln sammelt, lädt eher zur Distanz ein: „Ausgrenzung, Deportation, Ermordung“, „Wegsehen und Schweigen“. „Sich wahrheitsgemäß erinnern“ u.a.

Damit ist dieses Buch zugleich ein nutzbringendes Handwerkszeug für den Geschichts- und Religionsunterricht. Diese Zitatesammlung ist eine Fundgrube für verdichtete Aussagen, die mehr als die Worte des Lehrenden geeignet sind, ein Schlaglicht auf die belastenden Vorgänge der Vergangenheit zu werfen. Insbesondere finden sich zahlreiche Aussagen von namhaften Zeitgenossen, die bereits aus anderen Kontexten bekannt sind. Aber auch die weniger bekannten Sprecher dieser Sammlung liefern wertvolle Basistexte. Die Religionspädagogik kann sich ebenso wie die Geschichtsdidaktik und die allgemein ethischen Fächer von diesem Buch inspirieren lassen, wenn es um die Förderung des kollektiven Erinnerns in den Schulen geht.

Eingeleitet wird das Buch neben den Vorworten von Horst-Eberhard Richter und Erhard Roy Wiehn durch ein Vorwort des Herausgebers selbst, das allerdings bei der Bestimmung der historischen Ursachen des unfassbaren Geschehens über das Ziel hinausschießt, wenn die gesamte deutsche Geschichte der letzen dreihundert Jahre dafür in Haftung genommen wird. Die These von der deutschen Geschichte dieser Epochen als Einbahnstraße auf Auschwitz hin ist fragwürdig. Dennoch ist dieses Buch unbedingt zu empfehlen. Es ist ihm eine weite Verbreitung, insbesondere im schulischen und kirchlichen Bereich, zu wünschen.

Rezension von Martin Stupperich (http://www.rpi-loccum.de)

Konrad Görg, Wir sind, was wir erinnern. Zwei Generationen nach Auschwitz.
Stimmen gegen das Vergessen. In Erinnerung an Erwin Katz, Hartung-Gorre Verlag,
Konstanz, neue gebundene Auflage, erschienen 2012, 152 Seiten, 9,95 Euro,
ISBN-10: 3-86628-425-X, ISBN-13: 978-3-86628-425-8
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Geschichte der Juden in Schluchtern
2010: Am 22. Oktober vor 70 Jahren endet die Geschichte der jüdischen Gemeinde von Schluchtern, jener badischen Exklave in der Nähe von Heilbronn, die heute ein Ortsteil des württembergischen Dorfes Leingarten ist. An diesem Tag wurden die letzten zwölf jüdischen Einwohner nach Südfrankreich verschleppt. Ihnen und den aus anderen Gemeinden deportierten oder ins Ausland geflohenen früheren Schluchterner Mitbürgern will die Publikation wieder ein Gesicht und einen Namen geben und sie vor dem Vergessen bewahren.

Das Buch ist dabei mehr als eine Heimatgeschichte, verknüpft es doch die Geschehnisse in Schluchtern mit der von Partei und Regierung bestimmten großen Politik. Ein geschichtlicher Rückblick zeichnet jene verhängnisvolle Kette von Ausgrenzungsmaßnahmen und Verfolgungen nach, die mit Beraubung und Vertreibung einherging und oft in die Ermordung von Juden mündete. Judenverfolgung war keine Erfindung der Nationalsozialisten, aber ihr Antisemitismus wurde in einer Radikalität und Perfektion durchgesetzt, der in der Geschichte ohne Beispiel ist.

Norbert Geiss: Geschichte der Juden in Schluchtern : ein Gedenkbuch für die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung, Leingarten 2010, 152 S., 56 Abbild., ISBN: 978-3-9812485-8-6
Direktbezug für 19,80 € zzgl. Versandkosten über das Evangelische Pfarramt Schluchtern, Bergstraße 3, 74211 Leingarten, Tel. (0 71 31) 40 13 02
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Der vergessene Holocaust
1941: In der Ukraine gehen deutsche Besatzer gegen die j
üdische Bevölkerung vor. Männer, Frauen und Kinder werden zu Hunderttausenden zusammengetrieben, erschossen und in Massengräbern verscharrt. Das geschieht mitten in bewohnten Gegenden, nicht in einem geschlossenen Lager.

2002: Ein katholischer Priester geht auf Spurensuche in der Ukraine. Begleitet von einer Dolmetscherin, Protokollanten, Archivforscher, Spurensicherer sowie einem Fotografen macht er sich auf den Weg. Dorf f
ür Dorf befragt er Zeugen und bekommt Antworten von denen, die damals noch Kinder und Jugendliche waren. Viele der Zeugen haben es über die ganzen Jahre nicht geschafft, darüber zu reden, zu unfassbar sind die Erinnerungen. Diese Zeugenaussagen nach Jahrzehnten des Schweigens erschüttern diese Menschen erneut, aber auch jeden, der diese Zeugnisse liest.
"Die Menschen erzählen, als wären diese Dinge erst gestern geschehen, als hätte es die sechzig Jahre dazwischen nicht gegeben. Manche fragen: ‚Warum kommen Sie so spät? Wir haben auf Sie gewartet."

Patrick Desbois
Berlin-Verlag, 1. Auflage Januar 2009. ISBN 3827008263. Hardcover, 352 Seiten.
22,90 Euro.
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Geschichte der Juden in Bruchsal
Da wir mit unserem Verein den ganzen Kraichgau zum Thema Judentum mit einbeziehen, können wir das Buch „Geschichte der Juden in Bruchsal“ nur empfehlen. Mit diesem Buch gelingt es dem Autor Jürgen Stude, das Wissen über die 700 Jahre währende Geschichte Bruchsaler Juden authentisch und eindrucksvoll dem Leser nahe zu bringen. Sehr ergreifend sind die Kurzbiografien ehemaliger Bruchsaler Juden und die Bilder der eindrucksvollen Bruchsaler Synagoge, die 1938 zerstört wurde. Bruchsal war eine der größten israelitischen Gemeinden in Baden. Ihren ehemaligen jüdischen Mitbürgern verdankt die Stadt noch heute wesentliche kulturelle Einflüsse.
Es gab 119 namentlich bekannte jüdische Holocaustopfer aus Bruchsal und den Stadtteilen, deren Schicksale in dem Buch aufgezeichnet sind. Jüdische Friedhöfe gibt es heute noch in Bruchsal und Obergrombach. Wissenswert ist auch die Vielzahl jüdischer Gewerbetreibender und jüdischer Vereine, die es in Bruchsal gegeben hat. Herausgegeben von der Stadt Bruchsal.
ISBN 978-3-89735-441-8
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Louis Maier: Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit.
Ein Sohn spricht vom Leben und Schicksal der Jüdischen Gemeinde in Malsch.
Zum Andenken an die Juden in Malsch erzählt Louis Maier Geschichten über das dörfliche Leben, von Familie, Freunden und Nachbarn, vom Zusammenleben von Juden und Nichtjuden, von der Schule, dem Leben zu Hause und von der jüdischen Lebensweise. Gleichzeitig schildert er mit bemerkenswerter Einfachheit und Ehrlichkeit die Realität jener Zeit: von der sich abzeichnenden und dann eskalierenden Nazi-Brutalität bis hin zur Deportation der Juden, die damit endet, dass das Dorf im Oktober 1940 für "judenfrei" erklärt wurde.
Hrsg. von der Gemeinde Malsch.
Übersetzt aus dem Englischen von Sally
Laws-Werthwein und Donald Werthwein. (verlag regionalkultur)
192 S. mit 44 Abb.  ISBN-10: 3-89735-133-1 / ISBN-13: 978-3-89735-133-2
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Aus Hoffenheim deportiert. Der Weg zweier jüdischer Brüder
Zwei Brüder (Manfred und Heinz Mayer), in Hoffenheim (heute zu Stadt Sinsheim, Rhein-Neckar-Kreis) geboren, wurden mit ihrer Familie 1940 nach Frankreich ins Lager Gurs deportiert. Die Eltern kamen anschließend nach Rivesaltes, von wo sie zwei Jahre später nach Auschwitz transportiert und ermordet wurden. Die zwei Brüder wurden durch eine jüdische Organisation und Quäker in französische und Schweizer Waisenhäuser gebracht. Schließlich wurden sie getrennt. Nach dem Krieg ging Fred, der ältere Bruder, in die Vereinigten Staaten. Der jüngere Bruder, Menachem (Heinz), kam nach Israel. ISBN: 978-3-89735-407-1
Englische Ausgabe: Are the Trees in Bloom over There: Thoughts and Memories of Two Brothers
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Louis Maier: Empfänger unbekannt verzogen.
Die Odyssee eines jungen Flüchtlings auf den Spuren des Schicksals seiner Eltern. 

Nach seiner geglückten Flucht aus Nazi-Deutschland im Herbst 1940 erlebt der 16-jährige Louis Maier mit seiner Schwester Agathe aus Malsch bei Karlsruhe den Beginn eines neuen, geschenkten Lebens in den USA. Eindrucksvoll beschreibt er den Alltag in ihm fremden Lebenswelten. Gleichzeitig kontrastiert er seinen eigenen hoffnungsvollen Neubeginn mit den Briefen seiner Eltern aus dem KZ Gurs, in das die badischen Juden im Oktober 1940 deportiert worden waren. In der Korrespondenz spiegeln sich die Mühen um die Organisation der Ausreise der Eltern. Briefe als Lebensfäden, die schließlich mit der Deportation der Eltern im August 1942 tragisch enden. Louis Maiers Schreiben an seine Eltern kommen nun mit der Aufschrift 'Empfänger unbekannt verzogen' zurück. Als amerikanischer Soldat kehrt Louis Maier 1945 nach Europa zurück und erlebt die Schrecken der letzten Kriegsphase. Nach Kriegsende verfolgt er die Spuren des Schicksals seiner Eltern. Seine Suche führt ihn 1946 für kurze Zeit in seine badische Heimat Malsch. Diese Erinnerungen eines jüdischen Jugendlichen sind ein in dieser Intensität erschütterndes, einzigartiges Dokument.

Hrsg. von der Gemeinde Malsch.
Übersetzt aus dem Englischen von Sally
Laws-Werthwein und Donald Werthwein. (verlag regionalkultur)
320 S. mit 42 Abb., fester Einband. 2008.  ISBN 978-3-89735-543-9
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Jüdisches Leben im Kraichgau
Elf Schüler beteiligten sich unter der Leitung von Bernd Röcker (Mithilfe: Michael Heitz) seit dem Schuljahr 2003/04 an einem Buchprojekt zur Geschichte der Eppinger Juden. Diese Arbeitsgemeinschaft setzte die Projektarbeit der Gruppe um Susanne Daubmann fort. Durch die Begegnungswoche und den intensiven Austausch mit den Überlebenden standen Herr Röcker und seinen Schülern ein umfangreiches Quellenmaterial zur Verfügung. Zusätzlich forschten die Schüler in verschiedenen Archiven, zum Beispiel dem Generallandesarchiv in Karlsruhe. Im Sommer 2006 waren die Arbeiten abgeschlossen und erschienen in Form eines Buches, das die Heimatfreunde Eppingen e.V. herausgeben. ISBN-13: 978-3930172177
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Tourismuskarte
Am 13. April 2008 wurde in Angelbachtal die Themenkarte Jüdisches Leben im Kraichgau vor 200 geladenen Gästen der Öffentlichkeit präsentiert. Vorausgegangen war eine dreijährige Kooperation der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und den vier Schulen aus dem Kraichgau: Realschule Waibstadt, Adolf-Schmitthenner-Gymnasium Neckarbischofsheim, Wilhelmi-Gymnasium Sinsheim und Hartmanni-Gymnasium Eppingen.

Die Studenten und Schüler haben gemeinsam eine Karte im Maßstab 1:75000 erstellt, in der alle jüdischen Denkmäler zwischen Leimen und Bretten sowie zwischen Bruchsal und Bad Wimpfen verzeichnet sind. Wander- und Radwege sind auf dieser Karte ebenso eingezeichnet wie besondere Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Orten. Dazu wurde ein zweisprachiges (deutsch/englisch), 56 Seiten umfassendes Begleitheft herausgegeben, in dem die jüdischen Sehenswürdigkeiten in den einzelnen Orten beschrieben und erklärt werden. So soll dem Benutzer der Karte die Möglichkeit gegeben werden, die Vielzahl an jüdischen Sehenswürdigkeiten im Kraichgau selbstständig zu erkunden. Die Ortsbeschreibungen wurden zu je einem Drittel von den Schülern, Studenten und dem Redaktionsteam (Prof. Dr. Anette Weber und begleitende Lehrer) verfasst. Die Schüler wählten dabei hauptsächlich Orte aus dem Einzugsgebiet ihrer Schulen. Hier konnten sie auf bereits gesammelte Informationen der vorangegangenen Projekte zurückgreifen und diese in die Arbeit einfließen lassen. Bei der Gestaltung, dem Layout und der Endredaktion war Prof. Dr. Jürgen Krüger maßgeblich beteiligt.

Dieses (kreisübergreifende) Produkt ist bisher ein Novum und dessen Besonderheit wurde bei der Präsentation durch die Anwesenheit des Oberrates der IRG Baden, drei Landräten, Abgeordneten des Deutschen Bundestages und vielen Bürgermeistern aus dem Kraichgau unterstrichen. Bietet die Karte doch eine ganz neue Form der „Geschichtserfahrung“, die sowohl im Schulunterricht eingesetzt werden kann als auch für touristische Aktivitäten im Kraichgau.
ISBN
978-3-938560-08-2
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Vermächtnis - die Saga einer einer deutsch-jüdischen Familie durch Zeit und Schicksal hinweg (in Englisch):
Originaltitel: Legacy - The Saga of a German-Jewish Family Across Time and Circumstance
In diesem Buch setzt sich der ehemalige Eppinger Werner Frank mit der Geschichte seiner Familie seit dem 30-jährigen Krieg auseinander. Anhand seiner Vorfahren stellt er die Geschichte der Landjuden im Kraichgau über die "Emanzipation" hinweg bis zur Nazi-Diktatur dar. Damit endet diese Familiensage jedoch nicht, sondern es beginnt die sehr persönliche und interessante Lebensgeschichte von Werner Frank, einem in die USA vertriebenen Juden. Neben dem Neubeginn, dem Berufsleben und der anschließenden Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte erfährt der Leser auch von Werner Franks Suche nach seinen Vorfahren, die ihn zu 30'000 Namen führt.
ISBN: 9780966802115
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Tuvia Tonenbom: Allein unter Juden - Eine Entdeckungsreise durch Israel
Ende 2012 erschien Tuvia Tenenboms furioser Reisebericht "Allein unter Deutschen", der heftig diskutiert und hier monatelang auf der Bestsellerliste stand.
2013 begab sich Tenenbom, 30 Jahre nachdem er seine israelische Heimat als Sohn eines Rabbiners verlassen hatte, auf Entdeckungsreise dorthin, um sich ein eigenes Bild von der veränderten kulturellen und politischen Identität Israels zu machen.

Er sprach dazu mit Vertretern aus allen Bevölkerungsschichten:
mit Ultraorthodoxen, Atheisten, Fundamentalisten jeder Richtung, mit Kibbuzniks und Siedlern, mit Rabbinern und Imamen, mit Mystikern und Geheimagenten, mit israelischen und palästinensischen prominenten Politikern, mit Journalisten und NGO-Aktivisten u.v.m. Er tat dies manches Mal unter der Gefahr seines Lebens.

Das Ergebnis dieser nicht immer ganz konfliktfrei verlaufenden Begegnungen ist eine ebenso unterhaltsame wie erhellende Erkundung eines Landes der Extreme, wie man sie so noch nie gelesen hat.
suhrkamp nova, ISBN: 978-3-518-46530-1, Deutsche Erstausgabe 2014, 16,99 €
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Wolfgang Schönfeld: Die letzten jüdischen Familien in Zaberfeld.
In anschaulicher Weise vermittelt die vorliegende Dokumentation im Wesentlichen das Schicksal der letzten jüdischen Familien in Zaberfeld, deren Leben durch die Repressalien der Nationalsozialisten zerstört wurde. Nur wenigen gelang die Flucht.
Der zeitliche Rahmen umfasst hauptsächlich die Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft, die sich auch bis in die kleinsten Dörfer ausgewirkt hat. Ausführlich wird über die Bedrängungen und Verfolgungen während der Zeit der Nazi-Diktatur berichtet, die für die meisten zum Tod im Vernichtungslager führte. Viele Abbildungen regen an, sich mit den persönlichen Schicksalen zu befassen und Kenntnisse zu erhalten, die sonst im Verlauf der Jahre drohen, in Vergessenheit zu geraten.

Verlag Alte Uni Eppingen. Eppingen 2015. ISBN 978-3-926315-45-8. 164 S. mit etwa 52 Abb., davon 28 in Farbe. Erhältlich für 10,00 € zuzüglich Versandkosten bei W. Schönfeld, E-Mail: w-schoenfeld@t-online.de oder beim Verlag Alte Uni, Eppingen.
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Jüdisches Leben in Flehingen
Mit dem Verlust der Gebäude der ehemaligen jüdischen Gemeindezentren im Ortsbild von Flehingen droht auch das Wissen um das jüdische Leben im Ort in Vergessenheit zu geraten. Jüngere Generationen haben oft keine Kenntnis über die damaligen Lebens-und Wirtschaftsweisen der Israeliten.

Diesem Vergessen entgegenzuwirken hat sich die vorliegende Dokumentation zur Aufgabe gemacht. Die Spanne der Themen reicht dabei von den ersten Bemühungen um die Emanzipation der jüdischen Bevölkerung Badens und im Zusammenhang damit der Sonderrolle der Flehinger jüdischen Gemeinde bis hin zu den Auseinandersetzungen zwischen Orthodoxie und Liberalismus in der Karlsruher israelitischen Gemeinde, die auch in Flehingen ihre Spuren hinterlassen hat.

Die Geschichte der beiden Synagogenbauten und der beiden rituellen Bäder wird ebenso aufgearbeitet wie die Schicksale einzelner Familien, insbesondere der Lebens- und Leidensgeschichte der Familie des letzten jüdischen Gemeindevorstehers. Berücksichtigung finden die Ereignisse um den Niedergang der Gemeinde zur Zeit des Nazi-Terrors und die Versuche der Aufarbeitung der Verfolgungen und ihrer Nachwirkungen.

So entstand ein Mosaik des jüdischen Lebens in Flehingen, das immer aber auch Mosaik bleiben muss und nur Aspekte dieses Lebens aufzeigen kann, weil vieles auf Grund fehlender Quellen nicht mehr darstellbar war.

Wolfgang Schönfeld
Jüdisches Leben in Flehingen
426 Seiten, 129 Abbildungen farbig und schwarz-weiß
Verlag Alte Uni Eppingen
ISBN 9783926315489, € 18,00
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